10 Jahre Pongauer Museumsnacht

erstellt am 13. August 2016

Seit 1997 gibt es in vielen Städten Europas die Lange Nacht der Museen. Die Idee dahinter, Menschen spätabends in ein Museum zu locken, ist also allgemein bekannt. Auch wenn die Pongauer Museumsnacht auf dieser Idee basiert, so ist sie doch einzigartig. Warum? Sie ist die einzige Museumsnacht, die nicht im urbanen Raum stattfindet. Alljährlich zeigen die Sammlungen und Ausstellungen im Pongau, dass es auch am Land mehr zu entdecken gibt, als manch Einheimischer weiß und manch Gast vermutet.

Die Sammlungen und Ausstellungen im Pongau sind zahlreich und immer einen Besuch wert. Als zusätzliches Angebot hat man sich vor über 10 Jahren dazu entschlossen, die Türen an einem Tag auch von 18 - 23 Uhr zu öffnen und die Besucher mit einem Sonderprogramm zu unterhalten. So breit gefächert wie die Themen der Ausstellungen in den Pongauer Museen, waren dann auch die Sonderprogramme, die dem Besucher bei der Museumsnacht in den letzten zehn Jahren geboten wurden.

Im nächtlichen Zauber bietet sich ein Besuch der Häuser zu Thomas Bernhard und Karl Heinrich Waggerl an, das Betrachten von Mineralien durch ein Binokular, eine Fahrt mit einem Loksimulator, die anschauliche Erklärung der Funktionsweise einer Laterna magica (lat. Zauberlaterne), das Erklingen alter Schlager aus einem historischen Grammophon, ein Violinkonzert im Schloss oder die Erzählungen eines Nachtwächters  - all diese speziellen Programme entführen die Besucher in eine andere Welt.

    

Derweil war die erste Pongauer Museumsnacht am 14. August 2007 ausgehend von den Kustoden des Montanmuseums Altböckstein nur ein Versuch. Nach den geringen Besucherzahlen bei der Langen Nacht der Museen im Oktober wollte man das Ereignis in die touristische Zeit des Sommers verlegen. So öffneten sieben Museen im Gasteinertal und in der Pongauer Sonnenterrasse ihre Türen. Das Ergebnis gleich vorweg: Die Besucherzahl hat sich gegenüber dem Oktobertermin im Schnitt nur unwesentlich verändert, aber man hatte eine enormen Erkenntnis erlangt: Entscheidend für den Erfolg der einzelnen Museen war, wie sie die Touristen angesprochen hatten. Da die Museumsnacht 2007 vorwiegend für die Urlaubsgäste organisiert wurde, war es naheliegend, die Tourismusverbände um die Übernahme von Kosten für Werbung, Shuttelbusse, etc. zu bitten. Diese zeigten sich großzügig und die örtlichen Beherbergungsbetriebe wurden zudem per Mail über die Veranstaltung informiert.

Insgesamt waren es an die 700 Besucher in den sieben Museen, wobei die Gewinner, mit jeweils etwa 150 Besuchern, die beiden kleinsten Häuser -  das Mineraliensammlermuseum und die Technische Sammlung Breyer in Bad Hofgastein waren. Bei der Nachbesprechung konnte man auch den Grund dafür erkennen. Die Verantwortlichen der beiden Ausstellungen erstellten zusätzlich zu den üblichen Werbemaßnahmen ein Flugblatt für ihre Museen und hängten dieses persönlich an die Informationstafeln der Hotels in Bad Hofgastein und sorgten für das Gesprächsthema in der Hotellobby. Mit dieser Maßnahme des Plakatierens konnten diese zwei Museen als einzige jene Besuchergruppe erreichen, für die diese Pongauer Museumsnacht damals in erster Linie gedacht war – die Urlaubsgäste. Die Emails der Tourismusverbände hatten überraschenderweise die Gäste der Hotels nicht erreicht.

Eine Gemeinschaftserfahrung reicher waren im darauffolgenden Jahre die 7 Mühlen in Pfarrwerfen und das Schimuseum in Werfenweng mit dabei. Die Burg Klammstein und das Museum am Kastenturm in Bischofshofen folgten 2009. Im Laufe der Jahre gesellten sich das Waggerl Haus Wagrain, das Bergbaumuseum Mühlbach, das Hoamathaus Altenmarkt und das Museum Werfen dazu. Außer den sechs Museen, die von Anfang an dabei waren, gab es aber den für eine Veranstaltung üblichen ständigen Wechsel und die Teilnehmerzahl pendelte sich auf 10 bis 12 Museen im Jahr ein.

Die überörtliche Bewerbung erfolgt jedes Jahr gemeinsam, dankenswerterweise durch Unterstützung des Landesverbandes der Salzburger Museen und Sammlungen, der Salzburger Volkskultur, einiger Tourismusverbände und einiger wohlgesinnter Medien. So wird der Bekanntheitsgrad der Veranstaltung immer größer, was sich auch auf die Akzeptanz der Einrichtungen in der Bevölkerung positiv ausgewirkt hat.
Über das angebotene Sonderprogramm entscheidet jedes Museum für sich und hat auch die dafür notwendigen Kosten zu tragen.

Insgesamt kommen jährlich in der Nacht um die 800 Besucher in die Museen. Wenn man bedenkt, dass die Wege zwischen den Museen meist länger sind als bei dem städtischen Vergleichsangebot und die Bevölkerungsdichte ja auch keine städtische ist, so liegt ein durchaus akzeptables Ergebnis vor. Was die Verantwortlichen aber besonders freut, ist, dass sich die Besucher in den Museen sichtlich wohlfühlten und angeregt durch dieses Museumserlebnis, in den folgenden Tagen und Wochen oft auch in anderen teilnehmenden Häusern anzutreffen waren.

In Hinblick auf all die positive Erfahrung wird sich Anfang nächsten Jahres zeigen, welche Museen am 12. August 2017 für die 11. Pongauer Museumsnacht ihre Türen öffnen um mit ihren Ausstellungen und dem Rahmenprogramm die nächtliche Kulturlandschaft von Salzburg nachhaltig zu bereichern.

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