Vom Haus zum Wald

erstellt am  4. Oktober 2017

Ausgehend von der Landesforstdirektion bildete der Landesverband Salzburger Museen und Sammlungen, das Referat Volkskultur, kulturelles Erbe und Museen und das Forum Salzburger  Volkskultur und weiteren Landesverbänden eine Arbeitsgruppe mit der Zielsetzung, das Thema „Wald“ in unterschiedlichen Konzepten aufzugreifen. Von Museumsseite wurde heuer ein erstes Projekt konzipiert und verwirklicht. Drei Schwerpunkte standen dabei im Vordergrund. Kinder sollten durch eine aktive Auseinandersetzung vielseitige Erfahrungen sammeln und mit „Hand, Herz und Hirn“ lernen. Familien – auch aus anderen Nationen - sollten das Museum als einen Ort der Begegnung erleben. Der Wald sollte in vielen Facetten erfahren, erforscht und erlebt werden können. Als Auftakt für eine ganze Reihe an Projekten wurde im Museum Schloss Ritzen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Volksschule 1 Saalfelden das Projekt „Vom Haus zum Wald“ umgesetzt.

Bei der ersten Begegnung mit dem Thema bildeten die teilnehmenden Kinder Zweiergruppen – jeweils ein Vorschulkind und ein Zweitklässler fanden sich und notierten gemeinsam, was sie über Holz wissen. Wie viel Wald steckt eigentlich in einem Haus? Was kann man alles aus Holz machen? Vom Apfelbaum über den Urwald bis zu den Jahresringen, vom Dachschindl bis zum Sessel – auf unterschiedlichstes Vorwissen konnten die Kinder zurückgreifen.
Im Museum staunten die Kinder, als ihnen die vielen unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten vor Augen geführt wurden. Ausgehend von den Heimatkrippen von Xandi Schläffer erkundeten die Kinder mit der Kamera in der Hand das Museum. Vom Kamin zum Balkon, von der Mausefalle bis zum Butterrührkübel, von der Ofenbank bis zur Krampuslarve – die Schüler hielten das Entdeckte fotografisch fest.
In der Schule wurde das Wissen zum Thema erweitert: zahlreiche Sachbücher standen zur Verfügung, „Klein und Groß“ lasen gemeinsam. Die Mikroskope wurden ausgepackt. Was ist bei mir zu Hause alles aus Holz? Prospekte wurden auf der Suche nach Holzartikeln durchforstet, zerschnitten und zu Collagen zusammengestellt.
Wie wird aus einem Stück Holz ein Kasten? Im nächsten Schritt ging es um das Wissen über die Verarbeitung von Holz. Und wer könnte das besser erklären als ein Tischler! Herr Blatzer öffnete sein Holzlager, in der Werkstatt lernten die Kinder moderne Maschinen und altes Werkzeug kennen. Es wurde gesägt, gehobelt und geschliffen. In diesem konkreten Fall entstanden Zirbenholzherzen für die Mamas.
Gemeinsam mit dem Förster Michael Putz konnten die Schüler im Kollingwald den Lebensraum Wald erkunden und gingen der Frage nach, woher denn nun der vielseitige Rohstoff Holz kommt? Die Kinder suchten „fünf verschiedene braune Dinge“, „etwas Spitzes und etwas Rundes“, „etwas Schönes“ etc. Als absolutes Highlight durfte jedes Kind einen eigenen Baum und somit Rohstofflieferanten pflanzen.
Für die Abschlussarbeit ging es nochmals ans Sammeln. Mit Sack und Pack erkundeten die beiden Klassen die Bürgerau, sammelten allerlei Naturmaterialien und schleppten schwer am Rückweg zur Schule. In der letzten Schulwoche bauten die Lernteams jeweils ein eigenes „Haus“. Wiederum wurde gesägt und geschliffen, ausprobiert und aufgebaut, genagelt und geklebt. So schloss sich der Kreis vom Haus zum Holz und vom Baum zum Haus. 

Nach den Sommerferien stand die feierliche, öffentliche Präsentation der Arbeiten an. Am 21. September um 16 Uhr versammelten sich die Schüler, ihre Familien und zahlreiche Ehrengäste im Museum Schloss Ritzen Saalfelden. Die entstandenen Bauwerke sowie die gemalten „Geschichten aus dem Kollingwald“ wurden auf der Ausstellungsfläche präsentiert. Zahlreiche Fotos brachten dem Publikum den gesamten Projektverlauf näher. Die Kinder führten ihre Familien durchs Museum, zeigten ihre Exponate und schickten ihre Eltern auf „Fotojagd“.

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