Österreichisches Museumsgütesiegel

Entstehung

Um Museen, die einem Mindeststandard an Präsentation und Dokumentation folgen und sich dadurch von sonstigen Schaustellungen abheben, die sich aufgrund der Ungeschütztheit des Wortes ebenfalls Museum nennen dürfen, eine deutliche Qualitätsabgrenzung von diesen zu ermöglichen, wurde in Österreich ein Museumsgütesiegel eingeführt, das im Jahr 2002 erstmals verliehen wurde.

Die beiden Dachorganisationen des Museumswesens in Österreich, ICOM-Österreich (International Council of Museums, Nationalkomitee Österreich) und Museumsbund Österreich erarbeiteten ein Bewertungsverfahren für Museen, dessen Ziel eine Anpassung sowie allgemeine Hebung des Niveaus im österreichischen Museumswesen darstellt. Die Richtlinien basieren auf dem „Code of Ethics – Dem Kodex der Berufsethik des Museumswesens“ auf und wurden den österreichischen Gegebenheiten angepasst.

Im Jahr 2009 traten neue Richtlinien in Kraft, die aufgrund der gewonnenen Erfahrungen der vorangegangenen Jahre in einem breiten Diskussionsprozess adaptiert wurden. Internationale Beispiele sowie Erfahrungen anderer europäischer Länder wurden bei dieser Adaptierung berücksichtigt.

Ziele und Nutzen

Ziele

Ziel des Österreichischen Museumsgütesiegels ist es, mittels der Errichtung von Mindeststandards im Museumswesen ein Instrument zur Qualitätskontrolle und -verbesserung einzuführen.

Die Verleihung des „Museumsgütesiegels“ bedeutet einen öffentlichen Nachweis, dass

  • das Museum eine Verantwortung zur Bewahrung des kulturellen Erbes übernimmt
  • Besucher eine qualitätsvolle Präsentation und ein Mindestniveau an Serviceleistungen erwarten können,
  • das Museum, sein Träger und seine Mitarbeiter die „Ethischen Richtlinien für Museen" (PDF, 850 KB) anerkennen.

Nutzen

Den mit dem Museumsgütesiegel ausgezeichneten Museen erwächst daraus folgender Nutzen:

  • Die Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit als Organisation vorzustellen, welche die erwartete, in Anlehnung an die von ICOM definierte und an die Gegebenheiten in Österreich angepasste Grundausstattung für Museen zum Nutzen seiner Besucher anbietet (Konsumentenschutz);
  • die Möglichkeit, das Gütesiegel als argumentative Hilfe zur Beantragung von Subventionen aus öffentlichen Mitteln und öffentlich subventionierte Hilfeleistungen zu nützen;
  • ein gesteigertes Vertrauen bei anderen Geldgebern (z.B. Tourismusbehörden, Stiftungen, Lokalbehörden, private Firmen, usw.), dass ein mit einem Gütesiegel ausgestattetes Museum, eine Unterstützung wert ist;
  • ein gesteigertes Vertrauen bei möglichen Sachspendern für museale Sammlungen, dass ein mit einem Gütesiegel ausgestattetes Museum ein geeigneter Verwahrungsort ist;
  • die Möglichkeit der Nutzung des Museumsgütesiegels als Werbeträger;
  • die Möglichkeit für alle jene Museen, die das Gütesiegel besitzen, eine Corporate Identity zu entwickeln.

Rechte und Pflichten

Das ausgezeichnete Museum verpflichtet sich, die Plakette des Museumsgütesiegels im Eingangsbereich des Museums gut sichtbar für Besucher anzubringen.

Ebenso kann die verliehene Urkunde öffentlich zur Schau gestellt werden.

Auf Werbedrucksorten des Museums verwendet das Museum das Museumsgütesiegel als Qualitätsauszeichnung.

Die Verwendung auf dem Briefpapier des Museums ist ebenso möglich.

Nach Ablauf der Gültigkeit des Museumsgütesiegels ist die Plakette aus dem Öffentlichkeitsbereich des Museums zu entfernen.

Gültigkeit und Verlängerung

Das Museumsgütesiegel wird mit einer Geltungsdauer von fünf Jahren verliehen. Vor Ablauf dieser Frist ist die Verlängerung zu beantragen. Die Museen erhalten rechtzeitig die Aufforderung, die Verlängerung zu beantragen. Die Gültigkeit zuerkannter „Museumsgütesiegel“ wird im Zuge eines Evaluierungsverfahrens verlängert, bei dem der Nachweis der Erfüllung der Mindeststandards erneut erbracht werden muss.

Als Grundlage zur Verlängerung sind einzubringen

  • Bericht über die abgelaufene Periode
  • Bewerbungsbogen mit Anmerkung von Veränderungen
  • Bestätigung über weitere Gültigkeit der Selbstevaluierung

Über den Modus der Überprüfung zur Verlängerung sowie über die Zuerkennung der Verlängerung entscheidet die Jury.

Aberkennung des Museumsgütesiegels

Wenn während der Geltungsdauer des Gütesiegels wesentliche Kriterien nicht mehr gegeben sind, kann die Aberkennung des Museumsgütesiegels durch die Jury erfolgen. Dazu ist eine Vorwarnung an das Museum sowie an die Trägerschaft des Museums erforderlich, um Gelegenheit zur Beseitigung der Mängel zu geben.

Sollte es zu keiner Mangelbehebung kommen wird die Aberkennung der Museumleitung mittels eingeschriebenem Brief mitgeteilt. Damit verbunden ist die Verpflichtung zur sofortigen Entfernung der Plakette Museumsgütesiegel aus dem öffentlich sichtbaren Bereich des Museums.

 

Alle weiteren wichtigen Informationen sowie aktuelle Berichte finden Sie auf der Seite http://www.museumsguetesiegel.at.

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