Dreißig Jahre lang diente Caspar Vogl als Pfleger auf Burg Kaprun dem Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau – treu, gewissenhaft und um das Wohl seiner Gemeinde bemüht. Nach dem großen Bauernkrieg 1525/26, in dessen Verlauf auch die Burg Kaprun von Aufständischen besetzt worden war, ging die erzbischöfliche Verwaltung mit wachsendem Argwohn gegen die Pinzgauer Bauern vor. Als Wolf Dietrich 1603 eine Neuerfassung und -bewertung aller Güter zur Steigerung der Steuern veranlasste, regte sich neuerlich Widerstand – und Caspar Vogl geriet zwischen die Fronten: Weil er von einer Bittschrift aufständischer Bauern gewusst, aber keine Meldung erstattet hatte, wurde er nach monatelanger Haft und Folter zum Tode verurteilt. Am 8. November 1606 wurde er gemeinsam mit zwei Bauern in Salzburg enthauptet – ein Urteil, das schon von seinen Zeitgenossen als Justizmord empfunden wurde und bis heute in der Region nicht vergessen ist.
Zum 1075-Jahr-Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung Kapruns brachte Burgkustos Hans Waltl diesen dramatischen Stoff 2006 als Historienspiel in drei Akten neu auf die Bühne. Grundlage war intensive Recherche im Salzburger Landesarchiv. Unter der Regie von Gerard Es setzten ausschließlich Kapruner Laienschauspielerinnen und -schauspieler das Schicksal des letzten Pflegers von Burg Kaprun eindrucksvoll im Burghof in Szene – getragen von zahlreichen Kapruner Vereinen, Betrieben und freiwilligen Helfern, die die aufwändige Produktion gemeinsam ermöglichten. Die Aufführungsserie mit mehreren Terminen zwischen Juli und September fand ihren krönenden Abschluss ausgerechnet am Todestag Caspar Vogls, dem 8. November 2006 – im Anschluss wurde das Stück mit dem Ferdinand-Eberherr-Theaterpreis der Salzburger Nachrichten ausgezeichnet.
Dieser Mitschnitt macht das eindrucksvolle Historienspiel nun wieder zugänglich und lässt die bewegende Geschichte um Macht, Treue und ein tragisches Fehlurteil im Pinzgau des 17. Jahrhunderts lebendig werden.
Der VSF Kaprun mit der Sigmund Thun Klamm und dem Kaprun Museum, sowie die Pfarre Kaprun laden Sie herzlich zum Filmabend ins Meixnerhaus ein.
Der Eintritt ist frei, aufgrund begrenzter Sitzplätze wird jedoch eine Anmeldung unter kassa@museum-kaprun.at bzw. mittels Formulars auf der Website empfohlen.